Music | J Dilla The Diary

Samstag, Mai 14, 2016

Ich bin im Zeitalter von Nas, BIG, 2Pac, Common, Rakim etc. aufgewachsen.
Also mit sehr gutem Hip Hop.
Nicht mit 
"isch sage, isch liebe disch nischt, weil du nischt ählich bist...."
Ihr wisst was ich meine.
Ich konnte einen Review zu Drakes neuem Album schreiben oder J Dillas.
Ganz klar wofür ich mich entschieden habe.


Für diejenigen, die ihn nicht kennen.
J Dilla war damals ein Teil von Slum Village (eine megageile Hip Hop Gruppe aus Detroit) und nach seinem AWOL produzierte er für A Tribe Called Quest, Busta Rhymes, The Roots und Erykah Badu.
Das alleine zeigt schon seine Qualitäten!
Leider verstarb er 2006 und es hieß, dass er sehr viele unfertige Songs hinterließ.
Als ich sah, dass Nas als Gastrapper auf dem neuen Album war und dafür sorgte, dass dieses Lost File posthum veröffentlicht wurde, stieß ich erstmal ein: 
BK Baby
aus.

Dilla kannte man als Produzent und als Pionier der Neo-Soul-Bewegung weshalb es jetzt sehr interessant zu sehen ist wie er den Fokus auf seine Rap-Skills gelegt hat.
Also einmal durchhören und ich fühlte mich in eine akkustische Zeitreise versetzt, in eine Zeit in der Wert auf Lyrics gelegt wurde und die Beats simpel aber effektiv waren.
Ich fühlte mich an Nas' It was written erinnert, an klassischen Hip Hop, der so viel mehr als Diss-Songs bedeutete.
Ein Fest für die Ohren und die Seele.




Fangen wir mit den Songs an

01. The Introduction
Ein Intro zu seiner Person min der er auf die Anfänge seiner Karriere verweist. I like

02. The Anthem (feat Frank N Dank)
Leicht orientalisch angehaucht obwohl es sich eher als Partysong entpuppt. Mein Lieblingstrack

03. Fight Club (feat Nottz & Boogie)
Ein einfacher Beat allerdings mit soviel Power, dass er mich an Ruff Ryders beste Zeiten erinnert

04. The Shining Pt 1 (feat Kenny Wray)
Schöner Oldskool Mid90s Track leider nicht tiefgründig aber eingängiger Refrain von Kenny gesungen.
Solide und sehr relaxing

05. The Shining Pt 2
Zurückgenommener Beat und Dilla rappt den Gegenpart zu The Shining Pt 1.
Haut mich jetzt nicht vom Stuhl, skip it

06. Trucks
Sehr westcoastangehauchter Song wo man eigentlich jede Minute auf Nate Dogg warten würde.
Synthesizer Beats, die sehr mellow sind und irgendwie nicht mehr aus dem Ohr gehen

07. Gangsta Boogie (feat Snoop Dogg & Kokane)
Wieder ein Westcoast Track und an Death Row Produktionen erinnert obwohl der Song von Hi Tek produziert wurde.
Snoop Dogg und ich bin Happy

08. Drive me wild
Mehr so ein Self-Statement-Song, der für mich wie ein Filler und sehr deplaziert wirkt

09. Give them what they want
Wieder ein Statementsong, Self-Reflection aber enttäuscht mich ein wenig.
Sehr schwach

10. The Creep (The O)
Sehr oldskoollastig, ich weiß nicht wieso aber ich hatte die ganze Zeit Slick Ricks Beats im Kopf und im Ohr.

11. The Ex (feat Bilal)
Oh was habe ich mich gefreut, Bilal! von dem ich gefühlterweise 25 Jahren nix gehört habe.
Lovesong, Break up to make up und Bilal im Refrain.
Perfekter Love Hip Hop Song, straight outta 90s

12. So far
Solide oldskool aber gerät schnell in Vergessenheit

13. F**k the Police
oh darauf war ich ja gespannt, NWA im Ohr und nun Dilla?
Hört sich auch wie ein Anthem an aber leider nicht vergleichbar mit NWAs kontroversem FTP.
Trotzdem ist die Thematik gut, korrupte Polizisten und Dillas eigene Erfahrungen mit den Cops

14. The Diary
Titelsong und wunderschön produziert, Streicher und tiefer Rap.
That's how I like.
I'm a sucker for strings.
Perfect

15. The Sickness (feat Nas) - Bonus Track
Nas-lastig und seine Intention als Businessman integriert zu werden.
Sehr schwer wenn man von den Streets rappt und dennoch versucht sein Imperium zu rechtfertigen.
Hatte mehr erwartet

16. The Doe - Bonus Track
Guter Outro Song allerdings hätte man ihn nicht unbedingt als Bonus anpreisen müssen.





Gesamtfazit
Es ist ein solides Hip Hop Album für Fans des 90s Hip Hop, zeitgemäß ist es leider nicht mehr, da viele Songs noch aus 2002 stammen.
Dennoch gefällt mir The Anthem und Gangsta Boogie sehr gut, da sie mich in das Zeitalter des Spät-90s Rap versetzen.
Dilla hätte ich persönlich tiefere Lyrics zugemutet, mehr Wortspiele, mehr Metaphern.
Aber für eine kleine Zeitreise war das Album genau das Richtige.


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2 Kommentare

  1. Dilla sagte mir bis jetzt leider überhaupt nichts, aber die Songs sind klasse. Ich liebe HipHop <3

    Dankeschön, freut mich dass dir die Farbe gefällt :)
    <3

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